Aufsatz; erschienen in:
Musik in Bayern, Nr. 74 (2009), S. 97-115.
Textanfang:
Der Begriff „Tagebücher“ evoziert fast unweigerlich Vorstellungen von sorgfältig ausformulierten persönlichen Ansichten und Geständnissen, von Geheimem oder Intimem, von zufällig oder absichtlich hinterlassenen, mehr oder weniger direkten oder indirekten Botschaften. Dass sich unter diesem Oberbegriff auch ganz andere Aufzeichnungen verbergen können, beweist der in der Münchener Staatsbibliothek aufbewahrte Nachlass Felix Mottls, der Aufzeichnungen enthält, die auf den ersten Blick keine Tagebücher im herkömmlichen Sinne sind, sondern bis zu seiner Amerika-Reise (1903) aus vollgeschriebenen Taschenkalendern mit stichpunktartigen Notizen bestehen. Grund und Anlass dieser Aufzeichnungen sind dabei allein in Mottls Ordnungsliebe zu suchen; die aneinander gereihten Stichpunkte sind deshalb wenig prätentios und weit von dem entfernt, was üblicherweise mit Absichten und Hintergedanken gespickt für die Nachwelt verzeichnet wird [...]
Der Begriff „Tagebücher“ evoziert fast unweigerlich Vorstellungen von sorgfältig ausformulierten persönlichen Ansichten und Geständnissen, von Geheimem oder Intimem, von zufällig oder absichtlich hinterlassenen, mehr oder weniger direkten oder indirekten Botschaften. Dass sich unter diesem Oberbegriff auch ganz andere Aufzeichnungen verbergen können, beweist der in der Münchener Staatsbibliothek aufbewahrte Nachlass Felix Mottls, der Aufzeichnungen enthält, die auf den ersten Blick keine Tagebücher im herkömmlichen Sinne sind, sondern bis zu seiner Amerika-Reise (1903) aus vollgeschriebenen Taschenkalendern mit stichpunktartigen Notizen bestehen. Grund und Anlass dieser Aufzeichnungen sind dabei allein in Mottls Ordnungsliebe zu suchen; die aneinander gereihten Stichpunkte sind deshalb wenig prätentios und weit von dem entfernt, was üblicherweise mit Absichten und Hintergedanken gespickt für die Nachwelt verzeichnet wird [...]